Neues aus der Bananenrepublik

Dies bekam ich gerade von Campakt zugeschickt:
Auf dem Papier ist die Energiewende beschlossen. Doch Wirtschaftsminister Rösler blockiert sie ausgerechnet dort, wo sie sich entscheidet: beim effizienten Einsatz von Energie. In Brüssel will er im Namen der Bundesregierung den mutigen Vorschlag der EU-Kommission für eine verbindliche Energieeffizienz-Richtlinie bis zur Unkenntlichkeit verwässern. Doch wenn es jetzt nicht gelingt, Energie sparsamer einzusetzen, dann droht uns schon in wenigen Jahren erneut eine Debatte, ob alle AKWs wie geplant abgeschaltet werden können.
Bisher tritt Umweltminister Röttgen Röslers Klientelpolitik für die Energiekonzerne energisch entgegen. Röttgen erkennt das enorme Potential für Innovationen, das Energieeffizienz für unsere Wirtschaft birgt. Jetzt hat Kanzlerin Merkel Röttgen und Rösler ein Ultimatum gestellt: Noch diese Woche sollen sie sich einigen. In den nächsten 48 Stunden wollen wir deshalb 50.000 Menschen hinter unseren Eil-Appell versammeln. Stärken auch Sie Röttgen den Rücken!
Die EU-Kommission will mit ihrer Energieeffizienz-Richtlinie endlich verbindliche Ziele und Regeln einführen. Danach soll der Primärenergieverbrauch bis 2020 um 20 Prozent gesenkt werden. Die Energieversorger sollen verpflichtet werden, ihren Kunden intelligente Anreize für den effizienten Einsatz von Energie zu setzen und sie dabei zu unterstützen, ihre Häuser zu dämmen, alte Kühlschränke auszutauschen und intelligente Stromzähler zu installieren. Kraftwerke dürften nur noch mit Kraft-Wärme-Kopplung errichtet werden.
Dagegen versucht Rösler, die Richtlinie zu einer unverbindlichen Absichtserklärung zu verwässern. Damit will er die Energiekonzerne schonen und gleichzeitig den neuen Kampfbegriff der FDP prägen: Wachstum um jeden Preis – auch wenn es nur wenigen Konzernen dient. Ein nachhaltiges Wachstum mit einem intelligenten und effizienten Einsatz von Energie, das Handwerksbetrieben, Kleinunternehmen und Stadtwerken dient und hunderttausende Arbeitsplätze schafft, will er hingegen verhindern.
In zehn Jahren sollen sechs der neun noch laufenden Atomreaktoren innerhalb von nur 12 Monaten abgeschaltet werden. Wenn bis dahin die Energiewende nicht auf einem guten Weg ist, droht uns erneut eine Verlängerung der Laufzeiten. Das gilt es jetzt zu verhindern!
Im Nachrichtenteil erfahren Sie wie immer, was sonst bei Campact geschieht.
Herzliche Grüße
Fritz Mielert
———

1. Finanztransaktionssteuer: FDP weiter auf Blockadekurs

Anfang Januar kochte die Debatte um die Finanztransaktionssteuer wieder hoch. Denn nach wie vor sperrt sich die FDP gegen die Einführung einer Steuer auf Spekulationen in der Eurozone. Mit gleich zwei Aktionen in Berlin machten wir Druck.

2. Agrarpolitik: 23.000 protestieren für Bauernhöfe statt Agrarindustrie

Bei der Agrar-Demo „Wir haben es satt!“ am 21.1. herrschte unter den 23.000 Demonstrant/innen trotz des Schneetreibens eine beeindruckende Aufbruchstimmung. In einem kurzen Video haben wir sowohl Eindrücke von der Demo als auch von der spannenden Übergabe unseres Appells an Landwirtschaftsministerin Aigner auf der „Grünen Woche“ zusammengefasst.

3. Länder leisten weiter Widerstand gegen Steuerabkommen mit der Schweiz

Immer noch versucht Bundesfinanzminister Schäuble, die Länder von seinem skandalösen Steueramnestieabkommen zu überzeugen. Doch Ende letzter Woche erteilte Baden-Württembergs Finanzminister Nils Schmid diesen Bemühungen eine klare Absage. Am selben Morgen erst hatten wir in Berlin mehr als 84.000 Unterschriften gegen das Steuerabkommen an gleich sieben Finanzminister/innen und Staatssekretär/innen der Bundesländer überreicht.

4. Atomkraft: Bundesweite Mahnwachen am 11. Februar

Einen Monat vor dem Jahrestag des Erdbebens und dem Beginn der Reaktorkatastrophe in Fukushima ruft die japanische Anti-Atomkraft-Bewegung zu einer Großdemonstration in Tokio auf. Am selben Tag finden in Deutschland zahlreiche Mahnwachen statt.
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