Neues aus der Bananenrepublik

Ich habe mir gerade einen Blogartikel reingezogen, der mich von meiner Aversion gegen Gauck herunterholt. Denn ich bin dem deutschen Einquellenjournalismus auf dem Leim gegangen. Hier ist der Artikel, der mich wieder auf den Boden geholt hat.

Da hat sich mal einer die Mühe gemacht, das von Gauck Gesagte wirklich zu recherchieren. Und ich muss feststellen, dass ich ebenso wie viele in eine Journalistenfalle getappt bin.

Ich bin zwar auch nach Läuterung kein Fan von ihm, aber ich denke, dass er sich vielleicht für unsere Gesellschaft doch als ein relativ guter Bundespräsident erweisen könnte.

Die mediale Verklärung seiner Person, die bereits jetzt auf völlig übertriebene Weise losgetreten wird, finde ich allerdings ekelhaft und fatal. Erinnert an Buntes Vergötterung von Guttenberg, Springers Vorliebe für die Lichtgestalt und den Retter der Allemannen „Lederhosenlaptop Stoiber“, an die Verherrlichung Sarrazins, und damit an die Glorifizierung des Herrn Hitler. Es erinnert an den schon fast krankhaft künstlich hochgeputschten Sportkult, der Massen dazu bringt, in Glück zu schweben oder umgekehrt in eine Art Massendepression zu verfallen.

All das wird und wurde immer von Medien inszeniert. Dazu die Worte: Jedes Volk braucht Personen, die sie auf ein Podest setzen kann.

Die Sucht der Medien und der Mehrheit des Volkes nach einer charismatischen Instanz, die unsere Gesellschaft wider alle Widrigkeiten zusammenschweißt, ist in mehrerlei Hinsicht absurd. Zum einen soll diese Führergestalt das Volk auf Linie bringen und damit die Gruppendynamik steuern.

Gauck steht für ein ganz bestimmtes System. Nachdem er als Ostpfarrer zum Widerstand gehörte, ist er heute ganz klar ein Freund der kapitalistischen Lehre und der herrschenden Elite.
Ein vordergründig abgeklärter doch eitel wirkender Mann, der sehr zufrieden mit sich und der Gesellschaft scheint.

Er bezeichnet die Kritik am Finanzsystem als albern, Occupi als naiv, Sarrazin als mutig. Jetzt, da wir alle wissen, dass Gauck das zwar gesagt hat, aber ihm die Worte aus dem Kontext gerissen wurden, sieht das natürlich alles anders aus. Es heißt, er denke halt nur sehr differenziert.Sehr schön. Das mag ich.

Allerdings hab ich Sätze wie „Der Raubtierkapitalismus ist gefährlich“ und mehr soziale Gerechtigkeit von ihm weder in noch aus einem Kontext gerissen gehört… Wo ist dieser Mann also bitteschön in seinen Ansichten ausgewogen?

Aus dem Kontext gerissen… tztztz… Gute Ausrede, sag ich nur.

Aber ist es letztlich nicht egal, in was für einem Kontext er Widerständler, sozial Schwache sowie Systemkritiker etc. beleidigt hat? Er hat sich auf alle Fälle in einem hohen Maße überheblich gegenüber Andersdenkenden ausgedrückt, insbesondere gegen Systemkritiker. Sein Gedankengut ist nun mal nach Faktenlage rechtskonservativ mit allen Risiken und Nebenwirkungen. Seine Kanten gegen die sozialen Belange und die Piratenbewegung, die sich für echte Demokratie einsetzen und neuen Wind in verkaterte Strukturen bringen wollen, hinterlässt bei mir einen mehr als faden Geschmack. Hat er das alles nur irgendwann gesagt, oder auch so gemeint, und wenn in welchem Kontext?

Eins ist klar: Er verdankt den Politikern, den Eliten und den Medien, insbesondere aber der Bild das Höchste Amt im Staate. Und ich nehm einfach mal an, dass die schon wissen, warum…

Übrigens: ein Artikel auf den Nachdenkseiten ist ebenso beachtenswert, wie die Relativierung unseres Präsies in Spe…

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Kommentare zu: "Gauck – auch in die Journalistenfalle getappt?" (1)

  1. Anonymous schrieb:

    Seit das Internet ein Medium für alle ist und man alles nachlesen kann, fühlen sich auch alle besonders gut informiert. Wenn man früher etwas recherchieren wollte musste man sich stundenlang durch die Bibliothek quälen. Im Internet ist die Wahrheit jetzt nur noch einen Klick weit entfernt. Die Wahrheit ist aber, das auch im Internet einige wenige „Leitmedien“ den Ton angeben. Und von denen wird ganz einfach zitiert. Genaue Recherche macht immer noch die gleiche Mühe wie früher und die sollte man sich auch machen…

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