Neues aus der Bananenrepublik

Bascha Mika hat ein Buch geschrieben, das ganz schön Dampf macht. Ein Buch, an dem Diskussionen Sinn machen. Ich habs noch nicht, werds aber lesen. Als Mädchen geboren im Partriarchenland, wo dir von kleinauf erzählt wurde, du als Mädchen sollst dich unterordnen, warum auch immer.

Als ich 14 war, bin ich auf ganz blöd gemeinsam mit den ahnungslosen Kindern unseres Pfarrers in einer Sekte namens Agape gelandet. Das war so auf den ersten Blick eine richtig tolle Gemeinschaft. Echt. War schön da einmal die Woche hin zu gehen.

Doch dann wurden wir in Gruppen eingebunden und von Gott als Mitglieder erlesen. oder so…  Mir wurde der 23 Jahre alte Roland  zur Seite gestellt, der künftig mein Ansprechpartner und Betreuer sein sollte. Er würde mich im Glauben führen und begleiten. Ich hatte Glück, denn der alte Mann war echt sehr nett. War für meine tiefschürfenden Sorgen, meine Trauer, meine Verzweiflung und Zweifel offen Ohr, war aufmerksam und beantwortete mir meine Fragen, die ich zu Gott, der Hölle, der Bibel, der Grausamkeit auf der WEHlt und dem Sein hatte. Ich freute mich, wenn ich ihn sah. Und so sah ich ihn bald fast jeden Tag.

Manchmal holte er mich schon von der Schule ab, fragte michinteressiert nach meiner Befindlichkeit und brachte mich dann heim. Dort unterhielt er sich nett mit meinen Eltern, die sich anscheinend freuten, dass sich so ein netter seriöser alter gebildeter Mann in Anzug und Krawatte um ihre in Teilen schon schwer verwilderte Tochter kümmerte.

Er erklärte mir – wie jeder zuvor – das mit der Hölle und dem Himmel. Er erklärte mir, dass ich gehorchen müsse, um Gott zu Gefallen. Vorallem müsste ich mich allen Wünschen der Glaubensgemeinde und derem Führer unterordnen. So täte er es auch. Ihm fiel meine gewisse Widerspenstigkeit und Diskussionsfreude auf, die sich eigentlich nicht für eine Frau ziemen würde. Er sah das grundsätzlich bedenklich. Und ab dem Punkt hatten wir richtig viel zu streiten… Vorallem missfiel ihm, dass ich tierische Produkte verweigerte. Er hielt das für Sünde und gegen den Willen Gottes. Meine Argumente tat er ab als: ich maße mir an, Gottes Plan zu hinterfragen. Nie, nie wieder dürfe ich diesen hinterfragen. Keine zwei Sätze weiter hinterfragte ich wieder… Mein Geleiter durch den Glauben blieb geduldig, doch spürbar unverständig.

Ein paar Tage ging ich ihm und der Gemeinde, wenn dort auch meine anderen Freunde von früher waren, aus dem Weg. Doch dann stand er wieder vor der Schulpforte. Er sagte, er müsse mit mir reden. Der Boss hätte ihm seine Entscheidung mitgeteilt. Ich machs kurz: Unser Anführer hatte offenbar eine Vision. Er hatte anscheinend beschlossen, dass ich von zuhause ausziehen müsse. Ein Sozialarbeiter und ein paar andere Verbindungen würden sich darum kümmern, dass ich meinen Eltern entzogen würde.

Der spirituelle Grund: nach den Berichten von Roland seien meine Eltern zweifelsfrei Dämonen. Wenn ich nicht schleunigst von ihnen wegkäme, wäre meine Seele auf ewig  in der brennenden Feuerhölle verloren. Doch das nicht genug: Weiter hatte unser Glaubensführer nach der Vision beschlossen, dass ich mit Roland verheiratet würde, sobald ich 16 sei. Das sei Gottes Wille und dem hätten wir uns nicht zu widersetzen…

Wies weiter geht: morgen.

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