Neues aus der Bananenrepublik

Teil 1 zu-die-feigheit-der-frauen-fallt-mir-meine-ein
 
und nu Teil 2
Ich war damals völlig perplex. Ich war erst 14, eigentlich noch ein Kind, nur seelisch schwer beladen, und außerdem unsterblich in einen 14-jährigen verliebt. Und dann erzählt mir der Roland, dass Gott gesprochen hätte und ich ausziehen sollte von daheim, weil meine Eltern Dämonen seien und dass ich jetzt quasi himmlisch verlobt wäre.

Ich war zu feige, um mich Gottes Willen mit einem gesunden „Leck mich am Arsch, du Vollspinner, du verblödeter!“, zu entziehen und dachte, ich probiers besser mit vernünftigen Argumenten:

Woher soll ich wissen, dass das Gott wirklich will?
Und die wesentliche Frage: Wie kommt er drauf, dass meine Eltern Dämonen seien? 
(Ich mein, ganz ehrlich, ich hielt sie damals auch für welche, aber das mehr, weil sie meinem Freiheitsdrang nicht nachkamen und wir ständig Zoff hatten. Aber Dämonen als Eltern, das war selbst mir zu viel).

Gut, jeder, der wahre Christen kennt, kennt die schrägen Argumente. Mir mangele es an Glauben. Unser Führer könne direkt mit Gott sprechen und ich habe das nicht anzuzweifeln. Warum meine Eltern Dämonen seien, erklärte er so: In mir stecke der Widerspruchsgeist des Bösen und schuld daran seien meine Eltern. Diese hatten sich selbst von der Kirche abgewandt und damit von Gott. So schnell ist man Dämon…

Zu diesem mit 16 heiraten sollen müssen, weil ich sonst ewig brenne: Die Liebe würde mit der Zeit schon durch Gottes Segen wachsen. Er liebe mich bereits über alles und ich sei ja noch jung. Er würde mich behutsam zu seiner Frau machen und ich solle ihm einfach nur in allem vertrauen. Gottes Wege seien unergründlich und ich müsse den Plan befolgen wie jeder, der in Christus lebt. (heute blablabla, damals machte mir alles, was mit diesem bösartigen Kontrollfreak Gott zu tun hatte, Angst).

Feige und eben voll dieser Angst vor diesem Gott, der mich ewig brennen lassen wollte, wenn ich nicht tu, was er will, wurde ich erst mal richtig krank, Das machte mich fertig. Ich träumte jede Nacht, wie wir ewig brennen.

Ich blieb für ein paar Tage unerreichbar, auch für Roland. Als ich wegen Gesundheit wieder in die Schule gezwungen wurde von meinen Dämoneneltern, stand er wieder da vor dem Tor. Er sagte, dass er verstehe, dass ich etwas Zeit brauche, aber heute käme wichtiger Besuch vom Oberguru BigbossGottesstellvertreter aus Amerika und T. hätte nach mir verlangt. Es gäbe morgen (Samstag) eine große Feier und ich solle doch auf alle Fälle kommen.

Ich hab zuviele Hausaufgaben auf, außerdem hab ich Montag eine Schulaufgabe und kann nicht.

Ich mach dir deine Hausaufgaben, dann hast du noch Zeit zum lernen. Ich hol dich morgen gegen 14 Uhr ab. Es wird eine große Feier.

Ich wollte nicht, aber meine Mutter, die Dämonin, öffnete am nächsten Tag die Tür und begrüßte den netten Mann, den sie selbst so attraktiv fand. Den Geschmack meiner Mami hab ich noch nie verstanden…

Wir gingen also dorthin zu dem großen Event. Viele hundert Leute, groß Aktion. Und schnell war klar, dass heute für die Gemeinde ein Tag war, als würde der Messias vom Himmel steigen. Alle waren ganz abgedreht.

Als er, der Gepriesene die Rede hielt, war ich auch schwer beeindruckt von seinen Wundern, die er in Gott erlebt hat. Boh… dolle Sache.

Am Ende der Rede kam er auf Hierarchie. Wie die Struktur einer gesunden Rangordnung in jeder Gesellschaft sei. Ich muss nicht erwähnen, dass mir die Rolle der Frau da so gar nicht passte. Aber demnach bräuchten Frauen nicht mal denken. Es reicht, einfach nur zu funktionieren und dem Mann das Gefühl zu geben, Gott zu sein. So wie der Mann Gott gehorchen müsse. Es sei also alles gerecht und ok und so.

Meine Freundinnen und ich zogen Schnuten. Zum Abschluss sagte er dann allen Dank und rief ein paar Namen auf. Die sechs Gruppenführer, natürlich Männer, Roland und ich?hä? sollten in sein Büro kommen. Alle sahen mich fragend und geradezu neidig an. Welch Ehre… der große Meister ruft mich… ???

Ich selbst wollte da eigentlich gleich weglaufen, doch unter tobendem Guru-Applaus nahmen mich Roland und ein anderer Gerufener an den Armen und führten mich quasi ab.

Meine Freundinnen hingegen gingen, wie alle anderen Beseelten, zum Büffet…

Wies weiter geht und was sie mit mir getrieben haben, als ich 14 war: morgen

Advertisements

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s

DER Weg zum MenschSEIN in Freiheit und SELBSTbestimmung - Die Lösung ist da, nun muss der Weg nur noch gegangen werden. - Wer geht mit?

bewusstscout alexander schRöpfer - Ich gehe DEN Weg zum MenschSEIN in Freiheit und Selbstbestimmung, weil ich diesen im Hier und Jetzt als meinen erkannt habe. Was ich auf meinem Weg erfahre, beschreibe ich hier in diesem BewusstSCOUT Blog. Alle Beiträge beginnen mit: DER Weg zum MenschSEIN,

Der Blog über Suboptimales

Suboptimales in Politik , Wirtschaft und Zeitgeschehen

Last Knight Nik

Gedanken eines Sozialdemokraten

mein name ist mensch

gegen Lohndumping, Ausbeutung, Hartz IV und gemachte Armut!! es gibt einen Weg - Solidarität ist unsere stärkste Waffe!

Religion und Gesellschaft

über Gott und die Welt

Wirrwahre Wirrklichkeit

Im Herbst sind alle Katzen Frühling

%d Bloggern gefällt das: