Neues aus der Bananenrepublik

Teil 1 zu-die-feigheit-der-frauen-fallt-mir-meine-ein
 
Teil 2 zu die-feigheit-der-frauen-fällt-mir-meine-ein

Teil 3: zu „die Feigheit der Frauen“ fällt mir meine ein 

Sie brachten mich in einen abgedunkelten Raum. Darin war ein Schreibtisch, ein extra Tisch für Gäste, und im hinteren Bereich ein Altar. Darauf standen jede Menge brennender Kerzen. Ich hab den Raum ansonsten nur schemenhaft in Erinnerung. Wundert mich aber nicht, denn ich hatte schon ein entsetzlich ungutes Gefühl als ausgerechnet ich gerufen wurde. Die anderen Männer und Big Terry aus Amerika warteten schon auf mich. Terry, der mit den anderen Männer stand, wies mich freundlich aber resolut an, doch bitte auf dem einzigen Stuhl vor dem Altar Platz zu nehmen.
Mir wurde schlecht, als mich Roland quasi auf diesen Stuhl schob. Ich hatte richtig Angst, obwohl ich noch nicht ahnte, was auf mich zukommen sollte. Ich brachte erst mal auch kein Wort heraus. Um diesen Terry wurde ein verklärtes Gedönse gemacht, als sei er der Heiland selber. Die Leute beteten ihn an. Und nun war ich im Zentrum seines Interesses. Hab ich schon erwähnt, dass mir schlecht war?

Die Männer bildeten einen Kreis um mich und legten mir dann alle eine ihrer Hände auf meinen Kopf. Dann fing Terry wieder das Zungenbeten an. Das bedeutet, dass der Sprecher eine Art Medium für Gott ist. Gott sprach also durch Terry in einer Sprache, die ich nicht verstand. Die Frage, warum Gott kein Deutsch kann, wurde mir schon vor Wochen nicht beantwortet. Die Frage zieme sich nicht. Ich bekam richtig Panik, weil die Männer mich so in meinen Stuhl pressten und mir keinerlei Bewegungsfreiheit ließen. Ich versuchte mit aller Kraft, mich mit aller Kraft zu entwinden. Aber keine Chance. Je mehr ich mich wehrte, desto fester drückten sie zu. Ich konnte meinen Kopf nicht bewegen, sodass ich nicht mal sah, wer meine Arme festhielt. Ich musste also unter dem Druck von acht erwachsenen Männern auf dem Stuhl bleiben. 

Was macht ihr mit mir? Lasst mich los!!!

Als Terry mit seinem unverständlichem Zungenbeten fertig war, erklärte er mir, was Gott gerade gesagt hätte: Ich sei – wie er es schon ahnte – vom Teufel besessen und müsste für unser aller Heil von Satan befreit werden. Bei mir wäre er sehr hartnäckig, das habe auch Terry  schon zuvor in der Versammlung zuvor gespürt. Ich hätte die typisch negative Schwingung Satans verbreitet und er, also Terry habe schwer kämpfen müssen, um gegen den Teufel in mir anzukommen. Aber ich solle ihm vertrauen. Er sei sehr erfahren, und wisse, wie der Teufel auszutreiben sei.

 Lasst mich los, schrie ich. Ich bin nicht besessen. Ich will hier nur weg.

Sie drückten mich wieder fester in den Stuhl. Terry erklärte mir, dass meine Reaktion typisch sei für Besessene. Doch er werde mir helfen, meine ansonsten verlorene Seele zu retten. Der Teufel käme ihm, dem von Gott zu mir Gesandten nicht aus. Wenn der Teufel aus mir vertrieben sei, sei ich erlöst und ein tragender Stern der Gemeinde. Meine Seele sei groß. Halleluja. 

(Ich hab noch etwas wenig zur Vorgeschichte erzählt. Ich muss gestehen, dass ich nicht nur ständig mit Roland diskutiert habe, sondern auch in der ganzen Gemeinde ständig die Zweifelssaat gesäht habe. Ich hatte meinen Ruf also schon weg. Dass das eine Sünde und ein Beweis für Besessenheit sei, schockierte mich über alle Maßen..)

Ich bekam einen neuen Panikschub. Lasst mich gehn, bitte… ich will heim… ich fleh euch an, bitte lasst mich los. Sie ließen nicht los. Stattdessen ergaben sich die Männer einem rhythmisch monotonen Gesang in mir fremder Sprache, während Terry anfing, den Teufel in mir anzubrüllen.

Es ist furchtbar schwer zu beschreiben, was ich damals durchmachte. Sowas muss man selbst erleben, um zu begreifen, wie grausam mir mitgespielt wurde. Es ging insgesam vier Stunden lang. Ich machte alles Phasen durch von Angst, Hysterie, wildes Ummichschlagen. Ich wehrte mich wie bescheuert dagegen, dass ich so festgehalten wurde. Sicher brauchten die Jungs auf gut Kraft… 

Irgendwann fing ich nach heftigem Geschreie zu  husten an. Da sagte Terry, dass das das erste Zeichen sei, dass mich der Teufel verlasse. Weiter so ja… verschwinde Satan, verlasse diesen Körper… was weiß ich, was er damals alles gesagt hat. Für mich war es die Hölle pur. Ich meinte ersticken zu müssen, weil ich keinen Bewegungspielraum hatte. Ich wurde die ganze Zeit in dieser Stellung gehalten. Ich heulte, schrie, hustet und schließlich musste ich sogar kotzen. 

Fast hast du es geschafft. Satan ist schon fast aus dir draußen. Fast. Nur noch ein bisschen. Irgendwie stimmte das… ich war völlig fertig und vollgekotzt, von acht Männern unterdrückt und dann auch noch vom Teufel besessen. Vor dem Teufel hatte ich auch Angst. Schließlich schürt der bekanntlich in der Hölle das Feuer. Und ich ekelte mich bei der Vorstellung, dass dieses Ekelmonster tatsächlich in mir drin ist. 

Ich schrie immer wieder… und mit jedem Huster wurde Terry euphorischer. Satan verschwinde. Verlasse unsere Schwester. Weiche von ihr.

Irgendwann wurde ich vom Schreien ganz heiser. Keiner half mir… keiner …

Dann bekam ich wieder einen schweren Erstickungsanfall. Irgendwer klopfte mir dann auf den Rücken, damit ich wieder Luft bekam. Danach gab ich auf. Ich wehrte mich nicht mehr, selbst meine Tränen versiegten. Spannkraft ade. Ich war leer, erschöpft, hatte unsäglich Durst, stank nach Kotze und wollte eine rauchen und nur noch raus aus diesem Albtraum.

Offenbar war Terry über mich oder meinen Zustand sehr zufrieden. Er sagte plötzlich, dass Satan mich nun verlassen habe. Ich sei erlöst. Sprich jetzt die Worte des Herren. Du bist jetzt vollkommen rein und der Herr kann nun durch deine Zunge sprechen.

Ich sollte jetzt auch noch zungenbeten? Keine Ahnung… woher sollte ich wissen wie das geht. Aber um der Hölle endlich zu entrinnen, sagte ich einfach irgendwas. Ich kann das. Ich hab von kleinauf ein gutes Sprachgehör. Ich plapperte also irgendwas. Keine Ahnung, irgendwas kam aus mir raus. 

Das wurde dann übersetzt, aber ich war so erschöpft, dass ich mir nicht merken konnte, was ich da gesagt haben soll. Schwachsinn auf alle Fälle, denn ich hatte sie verarscht.

Und Terry, der Übersetzer verarschte die anderen Männer. Auf alle Fälle muss Gott durch mich irgendwas ganz Tolles gesagt haben, denn Terry und die anderen ließen mich los und gratulierten mir. Ich sei jetzt gesegnet, vollkommen rein und damit nun eine der großen Führerinnen der Frauen. 

Ich weiß nicht, wie ich geguckt hab, weil nicht wie ich da mit meiner Kotze auf der Kleidung aussah, weiß nicht, was die für Drogen genommen haben… ich weiß nur, dass sie irgendwas Gutes in mir kaputt gemacht haben. Ich war von da ab viele Jahre leer. 

Ich wurde dann von Terrys Frau gewaschen und unter Begleitung der Männer in den Saal geführt, wo die anderen seit Stunden den Guru feierten. Keiner hatte meine Schreie gehört. Keiner. 

Als ich, die neue Gesegnete endlich mal eine Minute frei hatte, holte ich meine Jacke und rannte los… ich rannte mindestens 15 Kilometer nach Hause… Busfahren kam mir nicht in den Sinn… Zwischendurch rauchte ich mal eine Zigarette… ganz hatten sie mir den Teufel also nicht verscheucht. 

Weinen konnte ich nicht mehr… ich musste laufen… weglaufen… weg nur weg… Fortsetzung folgt.

Advertisements

Kommentare zu: "Teil 3: zu "die Feigheit der Frauen" fällt mir meine ein" (1)

  1. Sandra schrieb:

    Mädel, du machst Sachen…

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s

DER Weg zum MenschSEIN in Freiheit und SELBSTbestimmung - Die Lösung ist da, nun muss der Weg nur noch gegangen werden. - Wer geht mit?

BEWUSSTscout Alexander Schröpfer - Ich gehe DEN Weg zum MenschSEIN in Freiheit und Selbstbestimmung, weil ich diesen im Hier und Jetzt als meinen erkannt habe. Was ich auf meinem Weg erfahre, beschreibe ich hier in diesem BewusstSCOUT Blog. Alle Beiträge beginnen mit: DER Weg zum MenschSEIN,

Der Blog über Suboptimales

Suboptimales in Politik , Wirtschaft und Zeitgeschehen

Last Knight Nik

Gedanken eines Sozialdemokraten

mein name ist mensch

gegen Lohndumping, Ausbeutung, Hartz IV und gemachte Armut!! es gibt einen Weg - Solidarität ist unsere stärkste Waffe!

Religion und Gesellschaft

über Gott und die Welt

Wirrwahre Wirrklichkeit

Im Herbst sind alle Katzen Frühling

%d Bloggern gefällt das: